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Besinnung: Ein Jahr Corona

Ein Jahr Corona M.Eisele-Remppis Ein Jahr Corona

Liebe Leserinnen und Leser,
ein Jahr Corona haben wir hinter uns gebracht. Manche Wochen waren leichter, manche schwerer.
Corona hat das vergangene Jahr geprägt. Manche Menschen wurden krank, teils schwer oder gar todkrank. Viele Wochen mussten wir in Deutschland teils heftige Einschränkungen hinnehmen.
Auf der einen Seite stand das Bemühen, Leben zu bewahren, Leben nicht zu gefährden.
Auf der anderen Seite wurde durch die Corona-Maßnahmen das Leben in seinen Möglichkeiten eingeschränkt.
Zwischen dem Schutz von Leben auf der einen Seite und dem Reichtum der Entfaltungsmöglichkeiten auf der anderen Seite haben wir im letzten Jahr unsere Wege gesucht.
Nach einem Jahr lohnt ein Blick aus der Perspektive des Glaubens:
Aus christlicher Perspektive ist das Leben ein Geschenk Gottes. Es ist wertvoll und sinnvoll – weil es von Gott kommt! Auch wenn jeder Mensch irgendwann sowieso stirbt: es gilt, das Leben, das Gott geschaffen hat, zu schützen und zu bewahren.
Doch auch der Reichtum der Lebensmöglichkeiten ist ein Geschenk Gottes. Lieben zu können, Glück zu spüren, die Natur zu erleben, mit Menschen zusammenzuleben – alles das sind Gaben Gottes für uns. Auch diese Geschenke gilt es zu schützen und bewahren.
Beides, das Leben und die Möglichkeiten, sind Gottesgeschenke.
Der stärkste Feind dieser Gottesgeschenke ist der irdische Tod, der alle irdischen Möglichkeiten beendet. Im Christentum gibt es deshalb die Tradition, dem Lebensschutz zunächst einmal den Vorrang zu geben vor der Entfaltung der Lebensmöglichkeiten. Denn die Erfahrung des Glaubens ist, dass Gott die Lebenden immer wieder mit ungeahnten Lebensmöglichkeiten beschenkt – auch in und nach schmerzhaften Einschränkungen.
Wir leben in einer Welt, in der das Leben gefährdeter und die Möglichkeiten eingeschränkter sind als es zu Gottes Liebe passt. Wir haben das im letzten Jahr erlebt. Aber Gottes Liebe zeigt sich trotzdem.
Den letzten Sieg von Gottes Liebe über Einschränkungen und Tod feiern wir an Ostern. Das macht den Schutz des irdischen Lebens aber nicht unnötig. Das irdische Leben bleibt ein wertvolles Geschenk Gottes.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie beschenkt durch diese Passions- und Osterzeit gehen können,
Ihr Pfarrer Jakob Spaeth

Letzte Änderung amDonnerstag, 11 Februar 2021 17:48